Behandlung

Wie ein Harnstein behandelt wird, hängt von seiner Größe, Lage und Zusammensetzung sowie von Ihren Beschwerden ab. Gemeinsam mit Ihnen wählen wir das Verfahren, das für Sie am besten geeignet ist.

Konservative Behandlung

Kleine Steine gehen häufig von selbst ab. Wir unterstützen den Abgang mit Schmerzmitteln, ausreichender Flüssigkeit und gegebenenfalls Medikamenten, die den Harnleiter entspannen. Harnsäuresteine lassen sich oft medikamentös auflösen.

Harnsteine in verschiedenen Größen
Harnsteine in verschiedenen Größen. Bild: Arconsoli, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Entlastung der Niere: DJ-Katheter

Staut ein Stein den Urin oder liegt zusätzlich eine Infektion vor, muss die Niere rasch entlastet werden. Dazu wird in einem kurzen Eingriff über Harnröhre und Blase eine dünne Harnleiterschiene (Doppel-J- oder DJ-Katheter) zwischen Niere und Blase eingelegt. Der Urin kann wieder abfließen, Schmerzen und Infektion klingen ab. Eine DJ-Schiene wird auch nach einer Steinentfernung häufig vorübergehend eingelegt und nach einigen Tagen bis Wochen ambulant wieder entfernt.

DJ-Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter)
DJ-Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter). Bild: ErwinMeier, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Steinentfernung

Ist ein Stein zu groß, verursacht er anhaltende Schmerzen, staut er den Urin oder liegt eine Infektion vor, wird er entfernt. Dafür stehen moderne, minimalinvasive Verfahren zur Verfügung:

Ureterorenoskopie (URS)

Über die Harnröhre und Blase wird ein dünnes Endoskop bis zum Stein vorgeschoben. Der Stein wird mit einem Körbchen geborgen oder mit dem Laser zerkleinert – ganz ohne Hautschnitt.

Steinfangkörbchen zur Bergung von Steinen und Fragmenten
Steinfangkörbchen zur Bergung von Steinen und Fragmenten. Bild: Doctor roach, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Laserlithotripsie

Mit einem Laser werden Steine während der Spiegelung präzise zertrümmert oder zu feinem Staub zerkleinert, der anschließend ausgespült wird oder mit dem Urin abgeht.

Perkutane Nephrolithotomie (PCNL / Mini-PCNL)

Bei großen Nierensteinen wird über einen kleinen Zugang in der Flanke direkt in die Niere eingegangen und der Stein zerkleinert und entfernt.

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Stoßwellen werden von außen auf den Stein gerichtet und zerkleinern ihn, die Bruchstücke gehen mit dem Urin ab.

Prinzip der ESWL: Die Stoßwellen werden von außen gezielt auf den Stein gebündelt
Prinzip der ESWL: Die Stoßwellen werden von außen gezielt auf den Stein gebündelt. Bild: Rodolfo Baraldini, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Welches Verfahren für Sie infrage kommt und an welchem Standort es durchgeführt wird, besprechen wir ausführlich mit Ihnen.

Ambulant oder stationär

In unseren Praxen in Landshut und Unterschleißheim stehen moderne, voll ausgestattete OP-Bereiche für ambulante Eingriffe zur Verfügung. Ist ein stationärer Aufenthalt notwendig, behandeln wir Sie in unserer urologischen Belegabteilung in der Goldbergklinik Kelheim.